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Das Zerboni Hamburg

Ein Mann am Rand der Gesellschaft: arm, abhängig, benutzt. Woyzeck hält sich und seine Familie mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser, lässt seinen Körper für medizinische Experimente ausbeuten und verliert zunehmend den Halt zur Realität. Während die Welt um ihn herum ihn formt, überwacht und entwertet, wächst in ihm ein Druck, der keinen Ausgang findet. Als sich die Beziehung zu Marie verschiebt, und Eifersucht, Ohnmacht und Wahn ineinandergreifen, entlädt sich diese Gewalt – gegen den Menschen, der ihm am nächsten ist.

„Jeder Mensch ist ein Abgrund; es schwindelt einem, wenn man hinabsieht.“

In unserer Inszenierung von Woyzeck wird dieser Abgrund sichtbar: eine Welt sozialer Ungleichheit und struktureller Kälte. Gewalt entsteht hier aus Druck und Entwürdigung – und trifft nicht ihre Ursachen, sondern die, die einander am nächsten stehen.

„Was Büchner zeigt, ist, dass sozial Deklassierte nicht solidarisch gegen das System reagieren, sondern sich gegeneinander wenden.“ Darin liegt die Tragik der Figur: Woyzeck ist Opfer eines Systems, das ihn erniedrigt und kontrolliert – und wird zugleich zum Täter. Seine Wut richtet sich gegen seine eigene Nähe, gegen seine Liebe.

Unsere Inszenierung verzichtet auf einfache Antworten. Sie fragt: Hätte Woyzeck anders handeln können? Was ist das Leben? Ein Traum. Was sonst? In unserem Woyzeck nicht. Hier wird dieser Traum zum Albtraum.

Foto: Benjamin Berger

Termine

so
19:30
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Kategorie B
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