Später Abend 1988, die „Blaue Bar“ im legendären Hotel Sacher in Wien: Hier begegnen sich zwei der weltgrößten Dirigenten des 20. Jahrhunderts – Herbert von Karajan und Leonard Bernstein. Karajan ist für einen seiner letzten Auftritte nach Wien gekommen. Und trifft dort zufällig auf einen seiner größten Antipoden, Bernstein. Genau so ist es wirklich passiert. Ein intensiver, mitunter kämpferischer, leidenschaftlicher und immer inspirierender Austausch beginnt. Die Granden der Musikgeschichte philosophieren über Musik, über die Kunst, über ihre Konkurrenz und ihre große Unterschiedlichkeit. Alles diskret beobachtet von einem Kellner, der die beiden Künstler den gesamten Abend bedient. Er kann nur ahnen, worüber die beiden Männer diskutieren.
Aber mehr als 30 Jahre später bediente eben jener Kellner in der „Blauen Bar“ den amerikanischen Theaterautor Peter Danish, der sich dort gerade in die gesammelten Briefe von Leonard Bernstein vertiefen wollte. Daraufhin erzählt der Kellner von jener zufälligen Begegnung der beiden Künstler, die ihn damals sehr bewegt und beindruckt hat. Danish war sofort elektrisiert. Noch am selben Abend entstand in der Bar der Entwurf für sein Kammerspiel „Last Call“, welches in New York vor kurzem zur umjubelten Uraufführung kam.
Fotos: Maria Baranova
Trailer: apiro Entertainment
Aufführungsdauer: 1 Stunde 28 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte: Peter Danish und apiro Entertainment
An den Hamburger Kammerspielen geraten Leonard Bernstein und Herbert von Karajan in Peter Danishs „Last Call – Letzte Runde“ noch einmal aneinander: ein witzig-scharfer Schlagabtausch über Kunst, Eitelkeit und Moral, der Karajans NS-Nähe ebenso streift wie Bernsteins Lust am Überschreiten. Dass zwei Frauen die Maestros spielen und ein Countertenor als Maria Callas dazwischenfunkt, macht aus der Anekdote ein kluges Theater über Bewunderung, Rivalität und die leise Sehnsucht nach Nähe.Die deutsche Bühne
Ein starkes Stück, ein Musik-Theater-Abend, wie er sein soll.Hamburger Abendblatt
Dieser knapp 90-minütige Abend ist ein Genuss, nicht nur, aber besonders auch für Klassik-Fans. Wer kann, sollte sich möglichst bald um Karten kümmern.Theaterzeit Hamburg
Wenn man sich in der klassischen Musik auskennt, gut. Wenn nicht, funktioniert das Stück auch so. Mehr noch: es unterhält bestens!NDR 90,3 Kulturjournal
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