Schauspielschule Bühnenstudio Hamburg
Ein fast klaustrophobischer Frauenraum, in dem Begehren, Selbsthass, Körper und Sprache ungebremst aufeinanderprallen. Er schließt sich um die Figuren, zieht sich enger und enger zusammen, bis jede Bewegung, jeder Gedanke, jedes Wort gegen unsichtbare Wände stößt. Nichts bleibt isoliert, nichts bleibt harmlos. Jeder Impuls löst eine Kettenreaktion aus, jede Regung wird sofort kommentiert, verzerrt, angegriffen.
Die Männer fehlen nicht als Macht – sie wirken als internalisierte Stimmen weiter: Normen, Erwartungen, Gewalt und romantische Fantasien leben in den Frauen fort.
Das Stück ist somit weniger Dialog zwischen Geschlechtern, sondern vielmehr ein monologischer Chor weiblicher Selbstzerlegung: Liebe ohne Gegenüber, Sexualität ohne Erlösung, Identität ohne Ausweg. So wird Unterdrückung nicht nur erlebt, sondern ständig neu produziert. Gerade in dieser Bewegung nach innen entsteht die eigentliche Spannung des Stücks: nicht durch Handlung im klassischen Sinn, sondern durch das fortwährende Sichtbarwerden dessen, was sich im Verborgenen abspielt.
Der Raum mag geschlossen sein, doch in seiner Enge verdichtet sich eine Dynamik, die umso explosiver wirkt – ein Kreislauf aus Begehren, Gewalt und Selbstbefragung, aus dem es kein einfaches Entkommen gibt. Das alles mit weniger Konfrontation und mehr Autopsie.
Foto: Schahram Minai
Termine
Preise
Fr/Sa (abends)
andere Tage
20,00 Euro Eintrittspreis regulär
10,00 Euro Eintrittspreis ermäßigt nur für Schüler/Studenten
