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„Wegen Ella Fitzgerald bin ich Musiker geworden.“ Coco Schumann

Die Geschichte um Coco Schumann nimmt uns mit auf eine Reise in das Berlin der 30er Jahre. In den Kneipen wird Swing und Jazz gespielt und der junge Coco, Sohn einer jüdischen Mutter, ist fasziniert von der Musik. Schon früh gerät er in die Szene der verbotenen „Swing-Kids“, Jugendliche, die den Jazz als anarchische Ausdrucksform gegen die Unkultur der Nazis stellten. Und plötzlich findet Coco sich in Theresienstadt wieder. Dort wird er Mitglied der „Ghetto-Swingers“. In Auschwitz spielt er zur Unterhaltung der Lagerältesten und SS um sein Leben, in Dachau begleitet er mit letzter Kraft den Abgesang auf das Regime. Ein perfides Spiel, denn auf einmal wird die Musik für ihn die Möglichkeit, das Konzentrationslager zu überleben.

Chuzpe, Glück, Zufälle, die Musik oder ein Schutzengel? Vielleicht hatte Coco Schumann von allem etwas. Als er zum Kriegsende wieder in Berlin landet, steht er plötzlich in einem improvisierten Lokal im Kreis der alten Kollegen, die längst wieder spielen, und er nimmt ein Instrument und beginnt ebenfalls zu spielen…

„Morgens stand in großen Lettern unter meinem Konterfei in einer bekannten Tageszeitung: „Coco Schumann: Das schreckliche Leben einer Jazz-Legende“! Aber das stimmt nicht. Nein, mein Guter, sage ich angesichts des hellen Planeten, wild und bunt lief es, manchmal zu lang und immer zu kurz, das Leben hat sich unglaublich böse und entsetzlich schön gezeigt. Nur eines war es mit Sicherheit nicht: schrecklich.“

Coco Schumann wurde 1989 für seine Verdienste um die Musik, für sein großes aufklärerisches Engagement als Zeitzeuge und nicht zuletzt für seine Autobiografie „Der Ghetto Swinger – Eine Jazzlegende erzählt“ mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse geehrt. 2008 erhielt er den Verdienstorden des Landes Berlin. Im Januar 2018 ist Coco Schumann im Alter von 93 Jahren verstorben. Er hat dem Theaterabend “Der Ghetto Swinger” bei der Premiere im September 2012 an den Hamburger Kammerspielen beigewohnt und war berührt und begeistert.

Aufführungsdauer: 2 Stunden mit Pause

Fotos Tino Criso / Bo Lahola

Der Applaus hielt lange an. Und er kam von Herzen. Denn was das Premierenpublikum am Sonntagabend zum Saisonstart in den Hamburger Kammerspielen sah, konnte niemanden kalt lassen.Hamburger Abendblatt

Die Hamburger Kammerspiele starten mit einem mehr als gelungenen Stück über das Leben des Jazzmusikers Coco Schumann in die Saison.Hamburger Abendblatt

Bewegt von der gut zweistündigen Inszenierung des Stücks von Kai Ivo Baulitz jubelte am Ende das Publikum im voll besetzten Haus, applaudierte im Stehen.DPA

Das Stück geht unter die Haut. […] Umjubelte Premiere in den Kammerspielen.Hamburger Morgenpost

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